1. August Predigt

Anlässlich der diesjärigen 1. Augustmessfeier hielt P. Emmeram Stacheder OFM bei uns in der Klosterkirche eine Predigt zum Thema:

Gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört und Gott, was Gott gehört 

Wir laden sie ein diese Gedanken mit uns gemeinsam zu lesen und zu vertiefen.

Den Text der Predigt finden sie –> Hier!

 

Euch allen wünschen wir an diesem besonderen Nationalfeiertag, der eher ruhig und besinnlich ist im Vergleich zu anderen Jahren, Gottes besonderen Segen.

Pfingstgruss 2020

Wir
Schwestern
vom
Kloster Ingenbohl

Wünschen allen
ein gesegnetes
und
gnadenreiches

Pfingstfest!

Atme in mir, Du Heiliger Geist, dass ich Heiliges denke!

Heiliger und mich bewegender Geist,
hilf mir heilende und heilbringende Gedanken
in meinem Herzen zu bewegen.

Lehr mich die Kraft des positiven Denkens,
damit ich in mir, in meinen Mitmenschen
das Gute entdecke und mich daran erfreue.

Hilf mir auch auf die Schattenseiten zu blicken
und in ihnen die Chance zu einem Neubeginn
und der Auferstehung zu erkennen.

Und hilf mir, Du Geist des richtigen Masses,
meine Gedanken am richtigen Ort
und zur rechten Zeit mitzuteilen.

Treibe mich, Du Heiliger Geist, dass ich Heiliges tue!

Heiliger und mich bewegender Geist,
hilf mir, dass ich erkenne,
was meine Aufgabe ist, jeden Tag neu.

Gib mir ein, wenn es an der Zeit ist neue Taten zu beginnen.

Erwecke in mir den Mut immer wieder neu aufzubrechen,
auch wenn ich nicht immer den Sinn begreife.

Hilf mir darauf zu vertrauen,
dass ER alles weiss
und auch meine schlichten Versuche
und Verirrungen zum Rechten führt.

Lass mich, Du guter Geist,
niemals aufgeben, den Weg mit IHM zu gehen.

Stärke mich, Du Heiliger Geist, dass ich Heiliges hüte!

Heiliger und mich bewegender Geist,
das Geschenk Deiner Gnade
ist mein kostbarster Schatz:

DU in Mir, Ich in Dir.

Lerne mich, ihn zu vermehren,
was du mir gegeben hast,
indem ich ihn mit andern teile.

Zeige mir, wann es Zeit ist
mich anderen zu öffnen
oder mein Herz zu bewahren.

Schenke mir Stärke und Geduld,
meinen Weg mit meinen Mitmenschen zu gehen.

Locke mich, Du Heiliger Geist, dass ich Heiliges liebe!

Heiliger und mich bewegender Geist,
entflamme immer wieder mein Herz von Neuem,
damit ich nie Deine Liebe vergesse,
die mich zum Leben berufen hat.

Erfülle mich immer wieder mit dieser grossen Kraft,
so dass ich gar nicht anders kann,
als sie mit anderen zu teilen.

Lass mich nicht vergessen,
wie Du an mir gehandelt hast,
damit ich ebenso handle.

Lass mich täglich sprechen:
«Ich liebe Dich, denn Du hast mich zuerst geliebt.
Leite meine Taten in Deiner Liebe.»

Hüte mich, Du Heiliger Geist, dass ich das Heilige nimmer verliere!

Heiliger und mich bewegender Geist,
mein ganzes Leben gehört Dir.

Du hältst schützend Deine Hand über mir,
auch in den Stunden von Leid,
Krankheit und seelischer Nacht.

Du hast Dein Licht in mein Herz gesenkt,
das nie mehr erlischt,
denn es lebt vom Hauch Deiner Liebe.

Zu dieser Flamme will ich immer wieder zurückkehren,
wenn ich mich in den Wirrnissen des Alltags verstricke.

Bis ich einst für immer in Dein Licht eintauche.

dj/02.05.1998

Ostergruss 2020

Dem Grab den Rücken kehren

Ich muss dem Grab den Rücken kehren,
wenn ich ihn sehen will.

Er ist nicht im Grab, nicht im Dunkel, nicht im Tod.

Er war da,
jetzt aber ist er im Leben, im Licht, im Garten.

Ich muss dem Grab den Rücken kehren,
wenn ich ihn sehen will.

Er ist im Garten, im Licht, im Leben.

Und er kommt mir entgegen,
sieht mich an, spricht mich an.

Er holt mich in seine Nähe,
ins Licht, ins Leben.

Ich brauche das Grab nicht zu vergessen, aber:

Ich muss dem Grab den Rücken kehren,
wenn ich ihn sehen will.

KG 470.1

Die Schwestern vom Kloster Ingenbohl wünschen Ihnen ein gesegnetes Osterfest.

Möge das Licht des Auferstandenen uns alle stärken in dieser besonderen Zeit.

Kreuzweg Kloster Ingenbohl

Wer eine Treppe hoch in die Klosterkirche tritt, wird zuerst in den Lichtkegel der Altarmitte und nach vorn in das seitliche Rund des Tabernakels gezogen.

Niemand dreht sich nach links, wo an der Rückwand, im Halbdämmer, 14 Bronzetafeln hängen: der Kreuzweg. Auch wer die Klosterkirche wieder verlässt, dem werden die schwarzen Tafeln kaum auffallen.

Vielleicht nimmst du dir einmal Zeit für diesen Kreuzweg:

Zeit – für den Kreuzweg Jesu.
Zeit – für deinen Kreuzweg.
Zeit – für den Kreuzweg aller Menschen.

Schon der erste Schritt, vom Eingang her nach links, ist ungewohnt, aber er ist nötig. Den Schritt nach links, den Schritt auf den Weg des Kreuzes, wer macht den von sich aus? Und doch geht jeder seinen Kreuzweg, bewusst oder unbewusst, verzweifelt oder auf die Kraft des Kreuzes vertrauend.

Nun stehst du vor diesen rechteckigen Tafeln, alle aneinandergefügt, nahtlos. Wie ein harter, eherner Weg ziehen sie sich durch den Raum. Das kalte dunkle Metall fällt schwer in die Augen des Betrachters. Augen sind geschaffen für das Licht, für die Farben, für die Harmonie der Körper und Formen. Nicht für das Dunkel. Nicht für das Harte, nicht für das Flächenhafte eines „Reliefs“.

Auf fast alles, was unsere Sinne fesselt, anreizt, erfreut, hat der Künstler verzichtet. Von vornherein hat er auf das verzichtet, was wir Schönheit nennen. Kann ein Kreuzweg schön sein? Schmerzte es dich nicht, wenn da einer sagte: Das ist ein schönes Kreuz, ein schöner Kreuzweg?

Der Kreuzweg in der Klosterkirche ist nicht schön in diesem üblichen Sinn. Rudolf Blättler hat verzichtet auf Licht und Farbe; auf zeitliche und historische Andeutungen der „Via dolorosa“; auf individuelle und charakteristische Züge der Gestalten; auf detaillierte Schilderung von Qual und Schmerz, von Grausamkeit und Bosheit, auf den Trost der barmherzigen Frauen von Jerusalem.

Der Beter muss gleichsam durch die Gestalt Jesu hindurchschauen. Hinter ihm und in ihm erkennt er seine eigene Geschichte und die Leidensgeschichte der Völker und Nationen. Jesus steht vor ihm als der Mensch aller Zeiten. Eingegraben in die Bronze, wird der Kreuzweg Jesu zum Kreuzweg der Welt.

Diesen Kreuzweg kannst du nicht abschreiten. Du kannst ihn auch nicht in einer frommen Stunde beten. Nur in Zeitabständen, Tafel um Tafel, wirst du ihn meditierend ertragen, bis du deinen eigenen Weg und den Tod deines Bruders, deiner Schwester, deines Freundes und deines Nachbarn auf dem Kreuzweg Jesu mitträgst.

Oekumensicher Gottesdienst in der Klosterkirche Ingenbohl

Ueber die ganze Welt verbreitet, gibt es ein erfreuliches oekumenisches Miteinander in vielfältigen Formen – in Begegnen, Beten, Beraten und Handeln -, so auch bei uns im Kloster und in der Klosterkirche.

Seit 20 Jahren wird in der Klosterkirche – während der weltweiten Gebetswoche für die Einheit – ein oekumenischer Gottesdienst gefeiert. Dabei hat sich eine besonders schöne Situation entwickelt: Es ist nicht nur eine Feier mit reformierten und katholischen Christen, es feiern auch die Christen der Chrischona-Gemeinde sowie der syrisch-orthodoxen Kirche in Arth mit und zwar von Brunnen, Schwyz und Arth, mit den Schwestern und den Priestern im Klosters Ingenbohl.

Pastor Joel Hauser von der Chrischona Brunnen, Pastoralassistentin Beata Gazova von der Pfarrei Ingenbohl-Brunnen, Pfarrer Hartmut Schüssler von der Kirchgemeinde Brunnen-Schwyz; Pater Lahdo Hanna und Chor der syrisch-orthodoxen Gemeinde Arth, Pfarrer Peter Camenzind von der Pfarrei Schwyz, Schwester Maria Hollenstein und Schwester Johanna Rüegg sowie Pater Emmeram Stacheder vom Kloster Ingenbohl waren das Team, das mit viel Motivation den Gottesdienst vorbereitet hatte.

Den Gottesdienstentwurf für dieses Jahr haben die Christen in Malta (Christians Together Malta) vorbereitet. Das Thema ‘’Sie waren uns gegenüber ungewöhnlich freundlich’’ bezieht sich auf die Apostelgeschichte, nach der Paulus und seine Mitreisenden Schiffbruch erlitten hatten und von den Einheimischen in Malta unerwartet gastfreundlich aufgenommen und versorgt wurden. Dieselben Situationen kennen wir auch heute, auch auf dem gleichen Meer. Sie sind eine stete Herausforderung auch an uns Christen.

Wer sich vertiefen möchte, findet Unterlagen unter www.agck.ch

In der Klosterkirche stand während der Feier ein Schiff als Sinnbild für das ‘Schiff, das sich Gemeinde nennt’. Es war ein Grosskanadier, welcher von der Firma ‘Adventurepoint Brunnen’ unentgeltlich zur Verfügung gestellt worden ist.

Die Ruder waren mit den Gaben, Versöhnung, Einsicht, Hoffnung, Vertrauen, Kraft, Gastfreundlichkeit, Umkehr und Großzügigkeit’ beschriftet, um die die Gemeinde gebeten hatte.

Einen besonderen Akzent setzte die syrisch-orthodoxe Gemeinde mit Weihrauch und Kirchenchor, die das Evangelium und das Unser Vater in der Sprache Jesu auf Aramäisch vortrug.

 

Mit der Kollekte unterstützen wir die Flüchtlinge in Südostliberia.

Es war ein lebendiger, tiefgehender und froher Gottesdienst, der uns nachhaltig auf unserem gemeinsamen Weg als Christen stärkt, was auch die vielen positiven Echos zeigen.

Mit Punsch und Gebäck von den syrisch-orthodoxen Christen und vom Kloster fand der Abend seinen Abschluss.

Dreikönigfest 2020

Das kleine Kind in den Armen seiner Mutter

Bist du es? Oder müssen wir auf einen anderen warten?

Der Stern, ein Licht leuchtet über der Gruppe:
Josef, Maria, die Hirten und Schafe.
Von ferne nahen die drei Weisen, die drei Könige
In ihren Händen Geschenke.

Sie wussten, du bist es!

Der Engel hat es ihnen gesagt,
Im Traum, ins Ohr geflüstert.
Der Stern hat ihnen den Weg gewiesen.
Den Hirten haben es die Engel gesungen.

Wie kann ich es glauben, du bist da?

Das Kind lächelt:

Schau dich um, siehst du denn nicht!
All die Lichter von Menschen aufgesteckt und entzündet.
Geschichten voll des Geheimnisses seit Jahrhunderten erzählt.
Leuchtende Augen in strahlenden Gesichtern,
beschenkt in Liebe mit Herzenswärme.

Du brauchst weder Stern noch Engel.
Öffne dein Herz und erkenne:

In jedem geschenkten Wort,
in jeder liebevollen Tat
wird Gottes Liebe Mensch.

Weihnachtsgruss

Nun ist es endlich so weit.

Der Stern ist aufgegangen über uns.
Das Licht glänzt auf dem Gesicht der Menschen.
In unserer Mitte liegt das Kind in der Krippe.
Liebe ist sichtbar geworden und greifbar nah.

Im Herzen klingt leise das Lied der Engel:
Gloria und Halleluja!

Wir Schwestern wünschen Ihnen allen ein frohes, lichtvolles Weihnachtsfest!

Adventsbeginn

Der Advent naht.
Zeit der Vorbereitung
auf die Ankunft des Lichtes.

Das Licht ist immer da.
Aber bisweilen scheint es verborgen,
wie hinter einer Glasscheibe.
Mal transparenter, mal opakter.
Wenn es dunkel wird, ist es leichter zu sehen,
als wenn wir selbst in der Sonne stehen.

Die Schwestern vom Kloster Ingenbohl wünschen Ihnen eine lichtvolle Adventszeit.

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