Selige Schwester Zdenka Schelingová

Schwester Zdenka vom Institut der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Kreuz, mit dem bürgerlichen Namen Cecilie Schelingová, ist eine der vielen Ordensschwestern, die sich in der Zeit der totalitären Unterdrückung in der ehemaligen Tschechoslowakei der 50er Jahre heldenhaft verhielten. Sie wurde Opfer der rücksichtslosen Macht der Vertreter des kommunistischen Regimes und starb als Märtyrerin in ihrem 39. Lebensjahr.

Schwester Zdenka wurde am 24. Dezember 1916 in Krivá in der Nordslowakei geboren. Ihr Vater, Paul Schelingová, war Bauer, ihre Mutter, Susanne, geborene Pániková, Hausfrau, die sich um elf Kinder kümmerte. Schwester Zdenka kam als zehntes Kind zur Welt. Am 27. Dezember wurde sie auf den Namen Cecilie getauft. Von den Eltern bekam sie eine beispielhafte religiöse Erziehung. Cecilie wurde sich bald bewusst, dass der Herr sie zum geistigen Leben gerufen hat.

Sie entschied sich, in die Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Kreuz einzutreten. Nach Absolvieren der Schule für Krankenschwestern und nach der Ordensausbildung weihte sie sich am 28. Januar 1943 auf Lebenszeit dem Herrn in den Ordensgelübden.

Schwester Zdenka arbeitete im staatlichen Krankenhaus in Bratislava zuerst als Pflegerin und später bis zu ihrer Verhaftung als Röntgenassistentin. Den Krankendienst übte sie mit fröhlichem Sinn, beispielhafter Opferbereitschaft und herzlicher Liebe aus. Ihre persönliche Sendung verstand und lebte sie als konsequente Verwirklichung des Gebotes der Liebe zu Gott und dem Nächsten, und so gewann sie sehr schnell die Herzen der Mitarbeitenden sowie der Patienten und Patientinnen. Sie lebte im Geiste der Forderung Christi: Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach (Mt 16, 24).

Nach der politischen Wende in der ehemaligen Tschechoslowakei begann die kommunistische Partei nach 1950 mit der offenen Verfolgung der katholischen Kirche.

Schwester Zdenka beteiligte sich im Februar 1952 zuerst an der Flucht eines ungerecht inhaftierten Priesters, der im Krankenhaus in Bratislava Patient war, und danach noch an der Vorbereitung einer Flucht von sechs ungerecht verhafteten katholischer Priestern aus dem Gefängnis in Bratislava. Sie versuchte, diese vor grossem Leid und Todesgefahr zu bewahren. Die Flucht des einen Priesters war erfolgreich, aber die Flucht der Priester aus dem Gefängnis misslang. Es stellte sich heraus, dass es eine Falle war, die die geheime Staatspolizei böswillig vorbereitet hatte. Schwester Zdenka wurde am 29. Februar 1952 verhaftet. In der Untersuchungshaft musste sie unmenschliches Verhör und grausame Folter ertragen. Am 17. Juni 1952 wurde sie wegen angeblichem Hochverrats zu zwölf Jahren Freiheitsverlust und zehn Jahren Verlust der Bürgerrechte verurteilt. Diese ungerechte Strafe büsste sie in mehreren Gefängnissen ab, nacheinander in Rimavská Sobota, Pardubice, Brünn und in Prag auf dem Pankrac.

Die grausame Behandlung bei den Verhören hinterliess an der Gesundheit von Schwester Zdenka deutliche Spuren. Gleich in den ersten Monaten der Haft traten bei ihr ernsthafte gesundheitliche Probleme auf, die sich mit der Zeit nur verschlechterten. Die Gegner der Kirche wollten keine Märtyrer. Als es ziemlich deutlich wurde, dass ihr wegen des schlechten Gesundheitszustandes nur noch ein paar Wochen Leben bleiben, wollten die Behörden nicht, dass sie im Gefängnis stirbt, und entliessen sie am 16. April 1955.

Schwester Zdenka, vom Gefängnis und der schweren Krankheit entkräftet und erschöpft, verbrachte die letzten Tage ihres irdischen Lebens in der onkologischen Abteilung des Krankenhauses in Trnava, wo sie am 31. Juli 1955 starb. Die Bestattung fand am 2. August 1955 in Trnava statt. Heute sind die Gebeine der seligen Schwester Zdenka, in der Kirche von Podunajské Biskupice beigesetzt.

Während ihrer Verhaftung bis zu den letzten Augenblicken ihres irdischen Lebens ertrug Schwester Zdenka alles Leid mit heldenhafter Geduld, bewusster Bereitwilligkeit für Gott und das Wohl der Kirche. Sie war bereit zu sterben, und das ohne Hass denen gegenüber, die ihr Unrecht getan hatten.

Papst Johannes Paul II sprach sie am 14. September 2003 in Bratislava selig. Ihr Grab befindet sich weiterhin in Podunajske Biskupice, Slovakei.

zdenka

Kirschblütenzweig

Du warst mir geschenkt
an einem grauen Wintertag
als Vorbote des Frühlings
voller Verheissung.

Freude bricht auf
immer neu
Blüte um Blüte
Fröhlichkeit und Tanz schwingt mit
in jedem der unzähligen Staubfäden.
Verschwenderische Pracht.

So ist das Schenken:
Heitere Schwingung zwischen Du und Ich
ein ständig neues Aufbrechen
immer wieder eine kleine neue Geburt –
Deine kleine neue Geburt,
weil ich in Freude
durch mein Geschenk
ja sage zu dir.

Weil ich sage:
Sei fröhlich du selbst
und werde es immer mehr.

So macht erst Schenken die Welt ein wenig menschlich
und Schenken macht sie auch ein wenig göttlich.

Md.