Haltet
den Traum wach

Haltet
den Traum, meine Töchter,
lasst die Ströme des Erbarmens
niemals versiegen!
Solang ein Kind in Tränen ist,
ein Menschenkind in Lumpen,
dem versagt ist Heim und Bildung:
umhüllt es mit dem Mantel eurer Sorge;
nehmt es in eure Arme
und gebt ihm den Kuss eurer Liebe!
Haltet den Traum, meine Töchter;
bringt den Kranken Trost,
den Zerschlagenen Gerechtigkeit;
den Einsamen Begegnung
und den Verzweifelten
den Glauben an Gottes Erbarmen.
Haltet den Traum, meine Töchter,
zündet an die Flamme des Mitleids
aus dem Herzen Gottes.
Seid Kanäle der Gnade
in der Wüste dieser Welt.
Seid treu und mutig und stark -
weicht niemals in Furcht zurück:
Er ist mit euch!
Haltet den Traum, meine Töchter,
wenn ihr im Dunkeln geht,
seht den Strahl ewigen Lebens
den Rand der Wolke vergolden!
Der Himmel gehört euch -
aber kommt nicht allein;
haltet an den Händen alle,
die den Weg verloren haben,
und bringt sie heim.
Haltet den Traum, meine Töchter, haltet durch!
Schwester M. Sigrid Voggel, Hazaribag
Sie war Ingenbohlerschwester.
Sie lebte und wirkte 51 Jahre lang in Indien.
Am 23. Januar 2001 starb sie in Hazaribag.
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