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Am
Ostermorgen
mir ist ein Stein
vom Herzen genommen:
meine Hoffnung
die ich begrub
ist auferstanden
wie er gesagt hat
Er lebt er lebt
Er geht mir voraus!
Ich fragte:
wer wird mir
den Stein wegwälzen
von dem Grab
meiner Hoffnung
den Stein
von meinem Herzen
diesen schweren Stein?
Mir ist ein Stein
vom Herzen genommen:
meine Hoffnung
die ich begrub
ist auferstanden
wie er gesagt hat
Er lebt er lebt
Er geht mir voraus!
Lothar Zenetti
Auferstehung
Der
Herr ist auferstanden zum Vater:
im innersten Geheimnis Gottes lebt auf ewig ein
menschliches Herz.
Der Herr ist auferstanden zu dir, zu mir:
im innersten Geheimnis deines, meines Herzens haben wir
Gemeinschaft mit dem,
der uns liebt bis zum Letzten und der lebt in
Ewigkeit.
Der Herr ist auferstanden in unsere Mitte:
es ist nicht etwas zwischen uns, sondern ER,
der Seine Geschichte machen will in und mit uns, die
Geschichte der Liebe.
Klaus Hemmerle
Auferstehung
Manchmal stehen wir auf
Stehen wir zur Auferstehung auf
Mitten am Tage
Mit unserem lebendigen Haar
Mit unserer atmenden Haut.
Nur das Gewohnte ist um uns.
Keine Fata Morgana von Palmen
Mit weidenden Löwen
Und sanften Wölfen.
Die Weckuhren hören nicht auf zu ticken
Ihre Leuchtzeiger löschen nicht aus.
Und dennoch leicht
Und dennoch unverwundbar
Geordnet in geheimnisvolle Ordnung
Vorweggenommen in ein Haus aus Licht.
Marie Luise Kaschnitz
Wenn ich sehen könnte wie du, Maria:
die Engel im Grab,
die Gestalt im Garten, den Meister: Rabbuni.
Wenn ich hören könnte wie du, Maria:
die Schritte des Gärtners,
die Worte des Meisters,
meinen Namen: Maria.
Wenn ich glauben könnte wie du, Maria:
die Botschaft des Grabes,
die Sendung des Herrn:
Geh und verkünde.
Wenn ich tanzen könnte wie du, Maria:
meine Freude, meinen Glauben:
Er lebt.
Wenn ich springen könnte wie du, Maria:
hinein in die Stadt, hin zu den Jüngern:
über meinen Schatten.
Wenn ich aufbrechen könnte wie du, Maria:
die Trauer der Menschen,
die Zweifel der Jünger: Glaubt mir!
Wenn ich jubeln könnte wie du, Maria:
Wie würde ich die Welt verändern!
Marie -Luise Langwald
"Stark wie ihr Frauen möchte ich sein
und hingehen zum Grab trotz aller Angst,
trotz aller Gefahr.
Stark wie ihr Frauen möchte ich sein
und hingehen zum Grab in aller Trauer,
in allem Zweifel.
Stark wie ihr Frauen möchte ich sein
und hingehen zum Grab in grosser Sorge,
in grosser Liebe.
Stark wie ihr Frauen möchte ich sein
und hingehen zum Grab
und sehen die Engel
und hören die Botschaft und ahnen das Leben.
Stark wie ihr Frauen möchte ich sein
und eilen vom Grab mit grossem Mut,
mit grosser Überzeugung.
Stark wie ihr Frauen möchte ich sein
und eilen vom Grab hinein in den Tag,
hinein in das Leben.
Stark wie ihr Frauen möchte ich sein
und eilen vom Grab zu seinen Brüdern,
zu seinen Freunden.
Stark wie ihr Frauen möchte ich sein
und eilen vom Grab,
dass alle sehen die Engel
und hören die Botschaft und ahnen das Leben.
Marie-Luise Langwald
Im Dunkel unsrer Nacht
entzündest du ein Feuer
Lebendiger Gott,
in unserer Dunkelheit
entzündest du ein Feuer, das nie verlöscht.
Durch den Geist des Lobpreises
holst du uns aus uns selbst heraus.
Uns Armen Gottes hast du
ein Geheimnis der Hoffnung anvertraut.
In die Zerbrechlichkeit des Menschen
hast du eine geistliche Kraft gelegt,
die nie wieder entschwindet.
Selbst wenn wir sie übergeben,
sie bleibt da, um uns voranzutragen.
Ja, in unserer Dunkelheit
entzündest du ein Feuer,
das nie verlöscht. Amen
(unbekannt - nach einem Taizégesang)
ostern
während wir
immer noch
zweifeln
ob dieser winter
überwunden
hebt gott
einen spross
aus der erde
ins licht
Christoph Leisten
Licht-Blicke
Wir haben alles im Blick
Wir haben den Über-Blick
und schauen doch drüber weg
Wir haben den Durch-Blick
und dringen doch nicht durch
Wir haben den Drauf-Blick
und übersehen doch das Wesentliche
Wir haben den flüchtigen Blick
und verlieren einander aus den Augen
Das lässt tief blicken
Wenn Blicke lebendig machen könnten!
Lass dich blicken, Du Österlicher
sieh uns an, AUFERSTANDENER!
Lass uns zwei Mal hinschauen,
auf den zweiten Blick Dich erkennen
LEBEN auf den zweiten Blick
Wann "blicken" wir das endlich?
Stefan Federbusch, Franziskaner
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