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Gebet zur Jahrtausendwende

„Herr, mache aus uns einen Regenbogen,
ein sichtbares Zeichen von Frieden und Versöhnung,
einen Regenbogen, der die beiden Jahrtausende, das alte und das neue, kühn überbrückt,
ein Zeichen vom Himmel, das du selber dorthin gesetzt hast,
ein Zeichen der Verheissung, die niemals trügt.
Der Regenbogen soll für alle ein Zeichen der Hoffnung sein,
ein Zeichen deiner Liebe zur Schöpfung,
der Verheissung deines Geistes, der die Welt erneuert.
Mache uns, die wir dir nachfolgen, heilsam unruhig.
Mache uns unruhig, wenn wir zu satt und zu selbstsicher werden, zu klein, zu eng sind,
wenn wir, statt auf dem Weg zu bleiben, uns bereits am Ziel glauben.
Mache uns unruhig, wenn wir über die Fülle der Dinge, die wir besitzen,
den Durst nach deiner Gegenwart und nach Frieden in Gerechtigkeit verlieren.
Lass uns im Blick auf die Zukunft nicht Gleichgültigkeit und Blindheit an den Tag legen,
aber auch nicht blinden Eifer und Unruhe.
Schenke uns den Frieden, der aus der Begegnung mit dir kommt,
Takt, Freundlichkeit, Höflichkeit,
Liebenswürdigkeit allem Leben und auch der unbelebten Kreatur gegenüber.
Rüttle uns wach, Herr, damit wir kühner werden,
solidarischer untereinander, aufmerksamer für dein Wort,
hellhöriger für den Schrei der Armen, offen für die jungen Generationen.
Lass uns dir in grösserer Treue nachfolgen.
Ja, Herr, mache aus uns einen Regenbogen, ein Hoffnungszeichen für eine neue Welt."

aus: Franziskus an seine Schwestern und Brüder, von Hermann Schalück, OFM

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