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SELIGE SCHWESTER ZDENKA SCHELINGOVÁ











SELIGE SCHWESTER ZDENKA SCHELINGOVÁ
1916 - 1955
von Krivá, Nordslowakei
Krankenschwester, Märtyrin
am 14. September 2003 in Bratislava selig gesprochen
Grab in Podunajske Biskupice, Slovakei


Reliquie in der Krypta in Ingenbohl


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BIOGRAPHIE VON SCHWESTER ZDENKA SCHELINGOVÁ


Schwester Zdenka vom Institut der Barmherzigen Schwestern vorn heiligen Kreuz, mit dem bürgerlichen Namen Cecilie Schelingová, ist eine der vielen Ordensschwestern, die sich in der Zeit der totalitären Unterdrückung in der ehemaligen Tschechoslowakei der 50-er Jahre heldenhaft verhielten. Sie wurde Opfer der rücksichtslosen Macht der Vertreter des kommunistischen Regimes und starb als Märtyrerin in ihrem 39. Lebensjahr.

Schwester Zdenka wurde am 24. Dezember 1916 in Krivá in der Nordslowakei geboren. Ihr Vater, Paul Schelingová, war Bauer, ihre Mutter, Susanne, geborene Pániková, Hausfrau, die sich um elf Kinder kümmerte. Schwester Zdenka kam als zehntes Kind zur Welt. Am 27. Dezember wurde sie auf den Namen Cecilie getauft. Von den Eltern bekam sie eine beispielhafte religiöse Erziehung. Cecilie wurde sich bald bewusst, dass der Herr sie zum geistigen Leben ruft.

Sie entschied sich, in die Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Kreuz einzutreten. Nach Absolvieren der Schule für Krankenschwestern und nach der obligatorischen Ordensausbildung weihte sie sich am 28. Januar 1943 auf Lebenszeit dem Herrn in den Ordensgelübden.

Schwester Zdenka arbeitete im staatlichen Krankenhaus in Bratislava zuerst als Pflegerin und später bis zu ihrer Verhaftung als Röntgenassistentin. Den Krankendienst übte sie mit fröhlichem Sinn, beispielhafter Opferbereitschaft und herzlicher Liebe aus. Ihre persönliche Sendung verstand und lebte sie als konsequente Verwirklichung des Gebotes der Liebe zu Gott und dem Nächsten, und so gewann sie sehr schnell die Herzen der Mitarbeiter sowie der Patienten. Sie lebte im Geiste der Forderung Christi: Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach (Mt 16, 24).

Nach der politischen Wende in der ehemaligen Tschechoslowakei begann die kommunistische Partei nach 1950 mit der offenen Verfolgung der katholischen Kirche.

Schwester Zdenka beteiligte sich im Februar 1952 zuerst an der Flucht eines ungerecht inhaftierten Priesters, der im Krankenhaus in Bratislava Patient war, und danach noch an der Vorbereitung einer Flucht von sechs ungerecht verhafteten katholischer Priestern aus dem Gefängnis in Bratislava. Sie versuchte, diese vor grossem Leid und Todesgefahr zu bewahren. Die Flucht des einen Priesters war erfolgreich, aber die Flucht der Priester aus dem Gefängnis mißlang. Es stellte sich heraus, dass es eine Falle war, die die geheime Staatspolizei böswillig vorbereitet hatte. Schwester Zdenka wurde am 29. Februar 1952 ver-haftet. In der Untersuchungshaft musste sie unmenschliches Verhör und grausame Folter ertragen. Am 17. Juni 1952 wurde sie wegen angeblichen Hochverrats zu zwölf Jahren Freiheitsverlust und zehn Jahren Verlust der Bür-gerrechte verurteilt. Diese ungerechte Strafe büßte sie in mehreren Gefängnissen ab, nacheinander in Rimavská Sobota, Pardubice, Brünn und in Prag auf dem Pankrac.

Die grausame Behandlung bei den Verhören hinterließ an der Gesundheit von Schwester Zdenka deutliche Spuren. Gleich in den ersten Monaten der Haft traten bei ihr ernsthafte gesundheitliche Probleme auf, die sich mit der Zeit nur verschlechterten. Die Gegner der Kirche wollten keine Märtyrer. Als es ziemlich deutlich wurde, dass ihr wegen des schlechten Gesundheitszustandes nur noch ein paar Wochen Leben bleiben, wollten die Behörden nicht, dass sie im Gefängnis stirbt, und entliessen sie am 16. April 1955.

Schwester Zdenka, vom Gefängnis und der schweren Krankheit entkräftet und erschöpft, verbrachte die letzten Tage ihres irdischen Lebens in der onkologischen Abteilung des Krankenhauses in Trnava, wo sie am 31. Juli 1955 starb. Die Bestattung fand am 2. August 1955 in Trnava statt. Heute sind die Gebeine der Dienerin Gottes, Schwester Zdenka, in der Kirche von Podunajské Biskupice beigesetzt.

Während ihrer Verhaftung bis zu den letzten Augenblicken ihres irdischen Lebens ertrug Schwester Zdenka alles Leid mit heldenhafter Geduld, bewusster Bereitwilligkeit für Gott und das Wohl der Kirche. Sie war bereit zu sterben, und das ohne Hass denen gegenüber, die ihr Unrecht getan hatten.
 

Aus Aufzeichnungen von Schwester Zdenka

  • Welch eine Freude, unablässig Gott zu loben und so Christus eher durch das Beispiel als mit Worten zu verkünden.
  • Wenn Gott uns Leid hinzugibt, gibt er uns auch Gnade hinzu, damit wir das Leid geduldig ertragen können.
  • Am Morgen mache ich mir den Vorsatz: Den ganzen Tag in allen Dingen mich selbst zu vergessen und mehr an andere zu denken. Solche Demut ist eine Quelle der Kraft. Mein Apostolat wird wirkungsvoll nicht am Maße äusserer Tätigkeit, sondern am Maße der Heiligkeit, zu der ich mich bewegen lasse. Es geht nicht darum, dass ich mein Leben den Menschen opfere, sondern darum, dass ich es zuerst Gott anbiete und erst danach auch den anderen. Ich will nicht Eroberin der Seelen sein, bevor mich Gott ganz zu sich genommen hat.
  • Nichts kann mich ängstigen, auch nicht der Wind, der dichte Wolken bringt, denn das ist nur ein Augenblick. Aber meine Zuversicht wächst dann, denn ich weiss, dass hinter den Wolken meine geliebte Sonne ist.


Text: Schwester Clarens Helfer

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Weitere Informationen über die Provinz Slowakei und Sr. Zdenka


Kreuzschwestern in der Slowakei



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Die göttliche Tugend der Hoffnung
im Leben der seligen Schwester Zdenka Schelingová
Bischof Zvolenski aus Trnava Slowakei am Fest der seligen Sr. Zdenka im Mutterhaus, 2006


Das Jubiläumsjahr 150 Jahre der Kongregation der barmherzigen Schwestern vom heiligen Kreuz feiern die Schwestern der Kongregation mit dem Motto: Hoffnung leben.


Hoffnung bedeutet so allgemein Vertrauen in die Zukunft; Erwartung, daß etwas Gewünschtes geschieht. Im christlichen Sinne versteht man die Hoffnung als eine Haltung, die dem menschlichen Verlangen nach Glück entspricht, das Gott in das Herz jedes Menschen gelegt hat. Die christliche Hoffnung nimmt in sich die Hoffnungen auf, die das Handeln der Menschen beseelen; sie läutert sie, um sie auf das Himmelreich auszurichten; sie bewahrt vor Entmutigung, gibt Halt in Verlassenheit; sie macht das Herz weit in der Erwartung der ewigen Seligkeit. Der Schwung, den die Hoffnung verleiht, bewahrt vor Selbstsucht und führt zum Glück der christlichen Liebe (vgl. Katechismus der katholischen Kirche, 1818).

Ein christlicher Schriftsteller führt diese Reflexion über die Hoffnung weiter mit Worten: Christliche Hoffnung ist der Mut zum Dasein, der Mut, zu wachsen und inmitten der Unsicherheiten und des Leidens das Wagnis der Mitverantwortung zu tragen. (Häring)

Nach der politischen Wende in der ehemaligen Tschechoslowakei begann die kommunistische Partei nach 1950 mit der offenen Verfolgung der katholischen Kirche. Die Ordensleute hatten die Möglichkeit ihre Kloster, ihr geweihtes Leben verlassen, man hätte es ihnen möglicherweise helfen können, menschlich gesehen, leichter in der damaligen Gesellschaft zu leben. Schwester Zdenka und die große Mehrheit der Ordensfrauen und Ordensmännern sind treu geblieben. Ihre christliche Hoffnung wirkte in ihnen den Mut zum Dasein auch in der Zeit der Verfolgung.

Schwester Zdenka zeigte auch den Mut zu wachsen, sie wollte gerade mit Kräften und Möglichkeiten einer Ordensfrau die katholische Kirche verteidigen, sie wollte auch inmitten der Unsicherheiten und des Leidens, inmitten der Verfolgung die Mitverantwortung für ihre Kirche tragen. Sie beteiligte sich im Februar 1952 zuerst an der Flucht eines ungerecht inhaftierten Priesters, der im dem Krankenhaus in Bratislava, wo auch Schwester Zdenka arbeitete, Patient war, und danach beteiligte sie sich noch an der Vorbereitung einer Flucht von sechs ungerecht verhafteten katholischer Priestern aus dem Gefängnis in Bratislava. Sie versuchte, diese vor großem Leid und Todesgefahr zu bewahren.

Die Flucht des einen Priesters war erfolgreich, aber die Flucht der Priester aus dem Gefängnis misslang. Es stellte sich heraus, dass es eine Falle war, die die geheime Staatspolizei böswillig vorbereitet hatte. Schwester Zdenka wurde am 29. Februar 1952 verhaftet.

In der Untersuchungshaft musste sie unmenschliches Verhör und grausame Folter ertragen. Am 17. Juni 1952 wurde sie wegen angeblichen Hochverrats zu zwölf Jahren Freiheitsverlust und zehn Jahren Verlust der Bürgerrechte verurteilt. Diese ungerechte Strafe büßte sie in mehreren Gefängnissen, nacheinander in Rimavská Sobota, Pardubice, Brünn, und in Prag auf dem Pankrác ab.

Die schwerste Last ist nicht Leiden selbst, sondern dessen scheinbare Sinnlosigkeit. Aber die Hoffnung gibt unerschöpfliche Kraft inmitten der schrecklichsten Leiden, wenn man den letzten Sinn des Lebens gefunden hat. Dabei ist schon viel gewonnen, wenn der Mensch mit ganzem Herzen nach dem wahren Sinn des Lebens sucht, auch wenn ihm Fortschritt in diesem Kennen nur unter Schmerz zufließt. Als Christen verstehen wir den tiefsten Sinn des Leidens in Vereinigung mit dem Gekreuzigten als Liebe, die Hoffnung weckt, und als Hoffnung, die stets neue Dimensionen wahrer Liebe eröffnet. Und diese Liebe gibt die Kraft, den Preis von Opfer und Leiden darzubringen.

Solche innere Einstellung erfüllte das Herz der Schwester Zdenka, wir dürfen es noch heute aus ihren Gedanken erfahren, die sie eigenhändig in ihr Notizbuch eingeschrieben hat. Sie hat einmal aufgezeichnet: Jeder muss den Knoten des Leides und Schmerzens lösen. Den Knoten? Ja, denn wenn man an sich gebunden bleibt, kann man sich nicht bewegen. Nur dann gibt es keine Knoten mehr, wenn wir von allem gelöst sind. An einer anderen Stellen lesen wir: Wenn die Seele wirklich Herrn Jesus erkennt, ist sie zu allem willig. Unsere Gebete verknüpfen wir mit dem ununterbrochenen Gebet des Göttlichen Herzens. Wo seine Liebe ist, dort fehlt es weder an Nägeln, noch an Dornen und am Kreuz. Und geben wir noch einen dritten ihrer Gedanken zu: Gott gibt uns immer so viel Mut, soviel wir leiden und wenn er uns Leid hinzu gibt, gibt er uns auch Gnade hinzu, damit wir das Leid geduldig ertragen können.

Die grausame Behandlung bei den Verhören hinterließ an der Gesundheit von Schwester Zdenka deutliche Spuren. Gleich in den ersten Monaten der Haft traten bei ihr ernsthafte gesundheitliche Probleme auf, die sich mit der Zeit nur verschlechterten. Die Gegner der Kirche wollten keine Märtyrer. Als es ziemlich deutlich wurde, dass ihr wegen des schlechten Gesundheitszustandes nur noch ein paar Wochen Leben bleiben, wollten die Behörden nicht, dass sie im Gefängnis stirbt, und entließen sie am 16. April 1955. Schwester Zdenka, vom Gefängnis und der schweren Krankheit entkräftet und erschöpft, verbrachte die letzten Tage ihres irdischen Lebens in der onkologischen Abteilung des Krankenhauses in Trnava, wo sie am 31. Juli 1955 starb.

Die Hoffnung, die Schwester Zdenka lebte, diese mutige Hoffnung, ist nur möglich in der vollen gläubigen Hinwendung zum Ostergeheimnis des Todes und der Auferstehung Christi. Der Mut zu hoffen, zu leiden und in schöpferischer Freiheit und Treue die Wagnisse des Lebens auf sich zu nehmen, ruht auf dem festen Fundament der Verheißungen Gottes und seiner Treue. Diese Hoffnung garantiert uns nicht, daß wir keine unliebsamen Erfahrungen machen. Auf dem Weg der Geschichte begegnet die Hoffnung dem Wagnis, angenehmen und unangenehmen Überraschungen und zeitweisem Misserfolg. Christliche Hoffnung schaut auch dem Abgrund des Bösen ins Auge und vertraut dennoch auf den endgültigen Sieg der Liebe Gottes.

Schwester Zdenka hat die mutige christliche Hoffnung wunderbar zum Ausdruck gebracht mit ihrem Leben und Sterben und auch poetisch mit ihrem wahrscheinlich jetzt bekanntesten Spruch:

Nichts kann mich ängstigen,
auch nicht der Wind, der dichte Wolken bringt,
denn das ist nur ein Augenblick.
Aber meine Zuversicht wächst dann,
denn ich weiß, dass hinter den Wolken meine geliebte Sonne ist.



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