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SELIGE SCHWESTER ULRIKA NISCH von HEGNE









SELIGE SCHWESTER ULRIKA NISCH


1882 - 1913
von Mittelbiberach / Deutschland
Köchin

am 1. November 1987 in Rom selig gesprochen
Grab in der Krypta in Hegne am Bodensee
Reliquie in der Krypta in Ingenbohl

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Fotogalerie




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Kurze Biographie


Sie lebte im Zeichen des Widerspruchs. Vielleicht war ihr das gar nicht bewußt. Aber ihre Maßstäbe waren andere als Erfolg, Gesundheit und Wohlstand. Es waren Liebe und Hingabe, die ihr Leben prägten. Sie arbeitete als Küchenschwester. Mit Schmerzen und Krankheit war sie vertraut. Und trotzdem war sie froh. Unscheinbar war ihr Leben und doch wurde sie bekannt. Eben weil sie anders war. Weil sie Erfüllung fand, wo andere nur Verlust sehen.

Geboren wurde sie als uneheliches aber geliebtes Kind am 18. September 1882 in Oberdorf - Mittelbiberach. In einem kleinen Dorf wuchs sie auf, in einer bitterarmen Familie. In der Schule waren ihre Noten nicht die besten. Als Dienstmädchen verdiente sie ihr weniges Geld. Mit 22 Jahren trat sie dann 1904 bei den Kreuzschwestern von Hegne am Bodensee ins Kloster ein. Neun Jahre später starb sie an Tuberkulose am 9. Mai 1913.

Ein Leben wie viele andere, ja leidender noch und arbeitsreicher als das Leben der meisten. Niemand hätte davon gesprochen, wäre darin nicht etwas Großes durchgeschienen, etwas unendlich Großes. Die äußeren Zeichen dafür sind überliefert: Wann immer sie konnte, betete sie vor dem Tabernakel, ihre Arbeit verrichtete sie mit Geduld, ihren Mitmenschen begegnete sie mit Freude und Aufmerksamkeit, ihre ständigen Kopfschmerzen ertrug sie ohne zu klagen.
Über die Gründe, die sie zu solchem Leben bewegten, hat sie einiges gesagt - wohl längst nicht alles: Die Erfahrung einer grenzenlosen Liebe und die Erfahrung, daß diese Liebe nicht Besitz ist, sondern Geschenk. Die Zeiten der Gottesferne blieben ihr nicht erspart. So konnte sie auch in jedem Leiden die ihr geschenkte Liebe erwidern und für andere fruchtbar werden lassen. Sie nahm Anteil am Kreuz, dem unüberbietbaren Erweis der sich verschenkenden Liebe Gottes.

Schwester Ulrika Nisch. Eine Frau, die, statt aus ihrem Leben was zu machen, in die Illusion einer Gottesidee flüchtete - oder eine Frau, die in ihrem Leben den lebendigen Gott bezeugte, den Gott, der das Schwache und Arme mehr liebt als das scheinbar Große und Starke, der die Mächtigen vom Throne wirft und die Niedrigen erhöht?

Schwester Ulrika Nisch ist eine Herausforderung an alle, die sich selbst genügen. Sie ist eine Ermutigung für alle, denen nichts genügt, außer dem, der im Kleinsten das Größte und im Kreuz die Auferstehung zu wirken vermag. Mit ihrer Seligsprechung am 1. November 1987 bekennt sich die Kirche zu dieser Herausforderung und zu dieser Ermutigung.

Nur einige Briefe und kurze Berichte über ihre rnystischen Erfahrungen hat Schwester Ulrika Nisch der Nachwelt hinterlassen. Doch das Wenige lässt deutlich genug erkennen, was der Mittelpunkt ihres Lebens war. Die folgenden - natürlich im Stil ihrer Zeit geschriebenen - Sätze können darauf ein erster Hinweis sein.



"Ohne Gebet keine Gnaden, ohne Gnaden keine Freude und kein Friede".

Beten war für Schwester Ulrika nicht zusätzliche Aufgabe, sondern Ausdruck ihres Menschseins: Beständiges Gespräch mit dem, der sie geschaffen hatte, ihr Anteil zu geben an seiner unendlichen Liebe, unaufhörliches Bezogensein auf den, der sie in jedem Tun und in jedem Gedanken immer schon erwartete, um sie zu beschenken mit seinen Gnaden. Schwerer als andere mußte Schwester Ulrika erfahren, daß Trauer und Schmerzen damit nicht aufgehoben sind. Aber stellvertretend für andere durfte sie erfahren, daß selbst die größte Not immer schon umfangen ist vom Horizont grenzenloser Freude und endgültigen Friedens.


"Ich will gegenüber allen eine Liebe haben, die allen alles ist und alle erbaut".

Die Erfahrung, daß Gott Liebe ist, hat Schwester Ulrika zu einer Liebenden werden lassen. Ihr Wunsch nach einer Liebe, 'die allen alles' ist, gründet deshalb nicht in sich selbst. Es war ihr bewußt, daß sie diese alle und alles umfassende Liebe nur weitergeben konnte, weil sie selbst sie zuallererst empfangen hatte. Und sie war sich auch bewußt, daß diese Liebe 'alles' ist, weil sie den Menschen dort trifft, wo es um das Ganze seines Lebens geht, und weil es keine Schuld und keine Not gibt, aus der sie den Menschen nicht wieder aufrichten könnte.


" Wir wollen nur in der Liebe und für die Liebe alles leiden und arbeiten".

Es war für Schwester Ulrika selbstverständlich, daß der Mensch für einen Anderen und in Ihm für alle anderen da ist. Sie wußte, daß das Leben sich in dem Maße erfüllt, wie es sich hingibt für das Wohl und das Heil der anderen, gleichgültig, auf welchem Wege sich diese Hingabe vollzieht. Ihr Weg war neben Gebet und Arbeit vor allem geprägt durch das Leiden für jene, denen sie dadurch Gottes Hilfe und Beistand erflehen wollte: Sie hatte in besonderer Weise Anteil an jenem Kreuz, durch das Gott selbst sich für die Menschen hingegeben hat. So ist Schwester Ulrika zur Zeugin geworden für die Wahrheit der Liebe: je inniger die Beziehung zu Gott, umso mehr wird der Mensch zur Gabe für andere, je mehr der Mensch zur Gabe wird, umso inniger die Beziehung zu Gott - auch wenn Gott dabei dem Menschen wie Schwester Ulrika das Erleben der Gottverlassenheit zumuten kann, aber auch nur, um die Erfüllung der Gottverbundenheit umso tiefer erfahren zu lassen.



Ohne Zweifel: Schwester Ulrika hat besondere Gnaden empfangen. Doch gerade in ihrem Leben zeigte sich, daß allein die Erwartung und die daraus erwachsende Hingabe entscheidend sind für das Kommen Seines Reiches. Diese Haltung geläuterter Sehnsucht hat Schwester Ulrika - stellvertretend für viele - in die bittenden Worte gefaßt:

" 0 könnte ich die Herrlichkeit und Liebe auf die Erde herunterrufen, daß alle in einem Augenblick dir gehören würden"!

(Text: Diözesanstelle Berufe der Kirche, Schoferstrasse 1,D-7800 Freiburg)




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Provinz Baden-Württemberg (Hegne) und Schwester Ulrika Nisch
Grab der Seligen Ulrika


Kloster Hegne, Haus Ulrika
Konradistrasse 12
D-78476 Allensbach

Tel. 0 75 33/807-700
Fax 0 75 33/807-729

haus.ulrika@kloster-hegne.de
www.kloster-hegne.de




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