Karfreitag

Wir gehen heute dem Verurteilungs- und Leidensweg Jesu nach. Es gibt so viele Parallelen in unsere Zeit und zum Menschen allgemein.

Kreuzweg 

1.

Pilatus gern vom Volk verehrt,
entscheidet darum grundverkehrt:
Lässt einen Terroristen frei,
führt dadurch Jesu Tod herbei.

 

2.

Und Christus nimmt das Kreuz auf sich,
er denkt dabei an dich und mich.
Was wir im Leben Falsches tun,
belastet seine Schulter nun.

 

3.

Er trägt die Last der ganzen Welt,
sodass er schwer zu Boden fällt.
Doch sein Erbarmen gibt ihm Kraft,
dass er das Weitergehen schafft.

 

4.

Der Heiland sieht Maria stehn.
Wird sie des Leidens Sinn verstehn?
Maria blickt ihn gütig an,
wie es nur eine Mutter kann.

 

5.

Ein Mann, er kommt gerad vom Feld,
am Wegrand etwas innehält.
Man zwingt ihm Jesu Kreuz dann auf.
Er schleppt es auf den Berg hinauf.

 

6.

Veronika, die gute Frau,
drängt sich hervor bei einem Stau;
reicht Jesus schnell ihr Kopftuch dar,
damit er trockne Haupt und Haar.

 

7.

Gebeugt, misshandelt, arg gequält,
der Herr nochmals zu Boden fällt.
Gespött und Schläge hält er aus;
und niemand hilft ihm da heraus

 

8.

Viel Frauen stehn am Leidensweg,
der Herr sieht nicht darüber weg.
Er richtet noch das Wort an sie.
Gewiss vergessen sie das nie.

 

9.

Nach Wundern schaut gar mancher aus,
Personen fast aus jedem Haus.
Da fällt der Herr zum dritten Mal.
Er leidet fürchterliche Qual.

 

10.

Bald reisst man ihm die Kleider ab.
Soldaten losen ums Gewand.
Der Herr wird restlos blossgestellt
Vor einer ordinären Welt.

 

11.

Die Nägel heften ihn ans Holz.
Er leidet das für unsern Stolz.
Doch wer in Reue sich bekehrt,
Erbarmen stets von ihm erfährt.

 

12.

Der Leidenskelch ist nun geleert.
Die Erde eine Weile bebt.
Der tote Leib hängt schlaff herab,
man nimmt ihn bald vom Kreuze ab.

 

 

13.

Maria ganz die Magd des Herrn
Ist auch in dieser Stund’ nicht fern.
In ihren Schoss legt man den Sohn;
der Leichnam ist erkaltet schon.

 

14.

Die Grabesstätte steht bereit,
zu bergen dieser Erde Kleid.
Das Weizenkorn fällt und vergeht;
doch Osterhoffnung darin lebt.

 

Nach den traditionellen
Kreuzweg-Stationen in Versform gesetzt von

Sr. Iphigenia Rohrer

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